Dr. Peter Schropp ist Dozent an der Doemens Berufsakademie und Wassersommelier, was ‚erschmeckt‘ der eigentlich? Foodhunter hat mit Dr. Peter Schropp, Dozent an der Doemens Berufsakademie und Wassersommelier, gesprochen. Seit 2011 werden dort Wassersommeliers ausgebildet.
Autor Sabine Ruhland,
Foto oben © Deutsches Mineralwasser
Wie schmeckt Wasser?
Um den Geschmack eines Wassers zu charakterisieren, muss man wissen wie Natrium, Carbon, Mineralstoffe Magnesium, Kalzium, Sulfate oder Chlorid schmecken.
Und dazu muss ich diese Stoffe vorher mit einen Löffel zu mir nehmen?
Nein, natürlich nicht. Wir haben zunächst Mineralstoffe gekauft und in verschiedenen Konzentrationen in normalem „destilliertem“ Wasser verkostet.
Wie schmeckt was?
Kalzium schmeckt kurioserweise fast nie salzig, obwohl das die einhellige Meinung ist. Eher kalkig und hinterlässt ein trockenes Mundgefühl. Magnesium schmeckt hingegen süßlich bis bitter.

Was bedeutet das für den Wassersommelier?
Ein Wassersommelier zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er möglichst alle Wässer selbst verkostet hat, manchmal ist das gar nicht machbar, sondern anhand der Inhaltsstoffe und deren Konsistenz schon weiß, wie das Wasser geschmacklich wirkt.
Wie wichtig ist es, ob das Wasser prickelt oder nicht? Und welches Wasser zu welchem Wein?
Medium eignet sich stets für die Kombination trockene, fruchtige Weine. Grundsätzlich gilt auch: Stilles Wasser neutralisiert die Säure, was viele Genießer vor allem eines Rieslings nicht wollen. Stark sprudelndes Wasser hebt die Säure noch, was dann auch wieder zu viel sein kann. Ein stark carbonisiertes Wasser wiederum ist eine gute Ergänzung zur Beerenauslese, denn da spielt die Balance süß-sauer eine große Rolle.
Was passt zu scharfem Essen?
Scharfes Essen sollte stets mit einem stillen, wenig mineralisierten Wasser kombiniert werden, da Kohlensäure sensorisch mit Chili gleichzusetzen ist.
Die optimale Trinktemperatur für Wasser?
10-12 Grad. Außer bei carbonhaltigem Wasser. Da empfehlen wir 8-10 Grad.
